Westfälischer Streckenabschnitt

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Abstecher zum Varusschlacht-Museum

Die legendäre Varusschlacht 9 n. Chr. leitete das Ende der römischen Bemühungen ein, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe zu einer Provinz des Römischen Reichs zu machen. Ohne diese Schlacht hätte die europäische Geschichte vielleicht einen besseren, vielleicht einen schlechteren Verlauf genommen, auf jeden Fall einen anderen.

Der genaue Ort der Schlacht lässt sich aus den römischen Überlieferungen nicht ableiten und ist bis heute nicht mit letzter Bestimmtheit geklärt, mit hoher Wahrscheinlichkeit dürfte sie sich allerdings bei Kalkriese im Osnabrücker Land zugetragen haben. Hier wurden inzwischen über 6000 teilweise sehr spektakuläre Grabungsfunde zu Tage gefördert, die auf eine größere militärische Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen zu diesem Zeitpunkt hinweisen. Daher wurde hier im Rahmen der Weltausstellung Expo 2000 ein mittlerweile mehrfach preisgekröntes Museum mit Ausgrabungspark errichtet, das für die meisten Radtouristen einen Besuch wert sein dürfte.

Römische Offiziersmaske

Gesichtsmaske eines römischen Reiteroffiziers

Varusschlachtmuseum Freigelände

Blick vom Museums-Aussichtsturm auf das Freigelände

Varusschlachtmuseum rekonstruierter Germanenwall

rekonstruierter Germanenwall

Kalkriese liegt rund 16km Luftlinie entfernt nördlich von der Osnabrücker Innenstadt. Für den Besuch des Varusschlacht-Museums sollte mindestens ein halber Tag eingeplant werden, daher kommen für die Radtouristen ein Abstecher Osnabrück-Kalkriese-Osnabrück, aber auch eine Halbetappe mit Weiterfahrt von Kalkriese direkt nach Bad Essen zurück zur Hauptstrecke in Frage. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man von Osnabrück zum Varusschlacht-Museum gelangen.

  • Ein Blick auf die Fahrradkarten zeigt, dass der deutsche Fernradweg D7 (die so genannte Pilgerroute) über Osnabrück und Kalkriese verläuft. Im Stadtgebiet von Osnabrück wechseln auf dieser Route idyllischere Abschnitte (Haseuferweg, Netteweg) und weniger idyllische Hafen- und Industrieviertel. Am Ausgang des Ortsteils Haste ist eine kurze zehnprozentige Steigung zu bewältigen. Besonders nachteilig ist im weiteren Verlauf die Nähe zur sehr verkehrsreichen L78 zwischen Wallenhorst und Engter, der die Route durch einige Schlenker zu entgehen versucht, der man dann aber doch auf einem straßenbegleitenden Radweg über 3,7 km folgt. Die lokale Ausschilderung weicht bei Wallenhorst mit einem zusätzlicher Ausweichschlenker über Burweg und Hammweg vom offiziellen D7-Track ab.
  • Insgesamt autoverkehrsärmer und damit empfehlenswerter ist eine Strecke, die ab dem Osnabrücker Nettebad mit einem entsprechenden Umweg, aber dafür steigungsarm und landschaftlich reizvoll zwei Flussschleifen des Nettetals folgt. Ein kleiner Rastplatz direkt an zwei Hünengräbern (Östringer Steine) zeigt, dass hier auch schon in vorgeschichtlicher Zeit eine rege menschliche Besiedlung stattgefunden hat. Die Überquerung der letzten Ausläufer des Wiehengebirges bei Uptrup erfolgt dann über gemäßigte und gut befahrbare Steigungsstrecken. Dieser Streckenverlauf ist durchaus eine prüfenswerte attraktive Option für eine Verlegung des D7 in diesem Bereich!

Die D7- und die Nettetal-Route haben auf den letzten 3,5 km denselben Verlauf, ein bisschen ärgerlich ist hier ein schwach befestigtes und teilweise grasbewachsenes Wegstück auf den letzten 350 Metern bis zum Schloss Neu Barenaue (nicht zu besichtigen, die Bewohner haben außerdem ein Fotografierverbots-Schild angebracht).

  • Eine Überquerung des Wiehengebirges weiter östlich zwischen Vehrte und Venne über den Bergquerweg (Teil von GartenTraumTour bzw. Niedersächsischer Mühlen­tour) ist weniger zu empfehlen, hier ist die Gefällestrecke am nördlichen Abhang recht steil und schotterig. Andererseits ließe sich diese Strecke mit anderen vorge­schichtlichen Sehenswürdigkeiten wie dem eisenzeitlichen Ausgrabungsprojekt Schnippenburg (Ausstellung in Schwagstorf, nur sehr sporadische Öffnungszeiten), einigen weiteren Hünengräbern (Darpvenner Steine), dem Eisenzeithaus bei Venne (gleich gegenüber ein nettes Bauernhof-Café) sowie der Mühleninsel Venne kombinieren.

Direkt am Varusschlacht-Museum warten dann durchschnittliche - oder in Worten der Römer teilweise „ein bisschen barbarische“ - Fahrradabstellbedingungen auf die Radtouristen, Details siehe „Fahrradfreundlichkeitsprofil Varusschlacht-Museum“. Das dürfte einem interessanten und genussreichen Museumsbesuch aber keinen Abbruch tun und lässt sich für die Zukunft auch sicherlich noch verbessern.

Vom Varusschlacht-Museum direkt nach Bad Essen

Wer den Abstecher zum Varusschlacht-Museum in Kalkriese mit dem eigenen Fahrrad unternommen hat, kann von dort einen direkten Weg nach Bad Essen zurück auf die Hauptstrecke nehmen. Ein Streckenvorschlag, der weitgehend auf Wegen des Osnabrücker RAVELOS-Netzes verläuft, führt über Venne, wo sich insbesondere an Sonntagen ein Besuch des Museumskomplexes "Mühleninsel Venne" empfiehlt.

Im weiteren Verlauf liegen einige vorge­schichtliche Sehenswürdigkeiten auf dem Weg wie das Eisenzeithaus bei Darpvenne (gleich gegenüber ein nettes Bauernhof-Café), drei Hünengräber (Darpvenner Steine) sowie das eisenzeitliche Ausgrabungsprojekt Schnippenburg (Ausstellung in Schwagstorf, nur sehr sporadische Öffnungszeiten). Wer sich für die vorgeschichtlichen POIs nicht interessiert, kann einen direkteren Weg von Venne nach Schwagstorf nehmen, der nördlich der B218 verläuft. Bis auf ein sehr kurzes schlecht befestigtes Wegstück kurz vor Bad Essen lässt sich die Strecke in beiden Varianten sehr gut befahren.

Blick von der Mühleninsel auf Venne

Blick von der Mühleninsel auf Venne

Eisenzeithaus mit Speicher bei Venne

Eisenzeithaus mit Speicher bei Venne

kurzes schlecht befestigtes Wegstück vor Bad Essen

kurzes schlecht befestigtes Wegstück vor Bad Essen

Abstecher Bad Bentheim-Schüttorf-Ohne

Von Bad Bentheim aus bietet sich ein 18km langer Abstecher über Schüttorf nach Ohne auf einem Teilstück der deutsch-niederländischen kunstwegen-Vechtetalroute an:

Die Abstecherroute beginnt am Bentheimer Schloss, in dem sich das kunstwegen-Objekt "residual" befindet und führt dann nördlich am Schlosspark (kunstwegen-Objekt "Bad Bentheim Schwein") vorbei zum Kurzentrum mit seiner Mineraltherme. Im Reliktwald am Kurpark findet sich das kunstwegen-Objekt "Smoking Shelter", nördlich davon schließt sich der Hute- und Schneitelwald an, in dem wie vor 500 Jahren Nutzvieh im Wald gehalten wird.

Über autofreie Waldwege gelangt man durch den Bentheimer Wald dann nach Schüttorf hinein, das mit seinem historischen Rathaus, einem wunderschönen Blick vom Kirchturm des "Schüttorfer Riesen", zahlreichen schön restaurierten alten Villen sowie dem kunstwegen-Objekt "Lichtung" aufwartet. Im weiteren Verlauf durch die Vechtewiesen und das Forstgebiet "Samerrott" führt die Strecke zu dem auf drei Standorte verteilten kunstwegen-Objekt "Topographie der Gemeinheit" und mündet dann in Ohne wieder auf die Hauptstrecke.

von Lübbecke über Bad Oeynhausen nach Minden

Wer dem renommierten Kurort Bad Oeynhausen einen Besuch abstatten und dann zusammen mit der Weser an der Porta Westfalica in die Norddeutsche Tiefebene "einmünden" möchte, kann ab Lübbecke diese Abstechertour fahren. Dazu muss vorher noch einmal das Wiehengebirge an der so genannten "Wallücke" (152m üNN) überquert werden. (genaue Streckenführung noch in Klärung).